Geologie des Denser See

Aus: "Unsere Heimat einst und jetzt (751)

Wann und wie ist dieser See entstanden?" das ist gewöhnlich die vorrangige Frage, wenn ein Besucher erstmals am Denser See steht und die steilen Uferböschungen betrachtet. Wann das Gewässer entstanden ist, darüber schweigen Überlieferungen und Chroniken: möglicherweise aber schon vor der ersten Siedlung zwischen Nentershausen und Solz. Doch wie der See entstehen konnte, darüber liegen Aussagen von Geologen vor.

 

Dolomitbänke

Der Denser See liegt im Gebiet des „Richelsdorfer – Sontraer Kupferschieferge-

birges" und zwar im Plattendolomit der oberen Zechsteinformation. Insbesondere an der Westseite des Sees sind einige Dolomitbänke deutlich erkennbar. Alle unter dem Zechstein lagernden Gipsgänge – in der Nähe von Dens gibt es Gipsbrüche, u. a. im benachbarten Mönchhosbach – sind Auswaschungen ausgesetzt. Sie nehmen ihren Anfang gewöhnlich von der Basis aus. Sickerwasser löst das Salz, es fließt ab, das Deckgebirge wird brüchig, eindringendes Regenwasser beschleunigt die Hohlraumbildung, und dann ist das Einstürzen der Deckgeschichten nur eine Frage der Zeit.

Nicht nur in Dens gab und gibt es Erdeinbrüche oder Erdfälle, wie sie auch genannt werden, im ganzen Richelsdorfer Gebirge und angrenzenden Gebieten sind Senkungen, auch „Kauten" genannt, festzustellen, u. a. die Donnerkaute bei Nentershausen, aber auch die „Enten- oder Butterkaute" bei Eltmannsee, die „Kauten" bei Schemmern und die Erdfälle zwischen Baumbach und Oberellenbach, über die Chronist Friedrich Lucae berichtete...............

Die Besonderheit des Denser Sees liegt aber nicht nur in der Entstehung infolge eines Erdeinbruchs, sondern einmal darin, dass er weder einen oberirdischen Zu- noch einen Abluss hat und durch Wasseradern in der Tiefe seinen Wasserspiegel im Wesentlichen hält, zum anderen und insbesondere aber in der merkwürdigen Verfärbung, die in unregelmäßigen Abständen erfolgte, meist aber in der kälteren Jahreszeit, beispielsweise im Januar 1769, im Herbst 1776, im Herbst 1780, im Winter 1802, im Februar 1861, sowie in den Wintern 1907, 1928 und 1938.