Aus: Festschrift zum Jubiläum 800 Dens

Die Landwirtschaft

 Neben dem Bergbau im Richelsdorfer Gebirge prägte vor allem die Landwirtschaft die Dörfer in der Umgebung. Große und kleine Bauernhöfe wurden von ihren Besitzern und landwirtschaftlichen Arbeitern bewirtschaftet. Die großen Betriebe, noch vor 30 Jahren allesamt Mischbetriebe, kamen ohne Hilfskräfte nicht aus. Schafmeister, Schweinemeister und Schweitzeer waren diese Arbeitskräfte. Daneben kamen Gespannführer und zu besonderen Zeiten Tagelöhner. Vor dem 2. Weltkrieg, als die Motorisiering und Mechanisierung in der Landwirtschaft und in unseren Betrieben in den Anfängen steckte, war Menschen- und Pferdekraft gefragt. Nachfolgende Aufstellung zeigt den Fortgang der weiteren Entwicklung.

 

Zeit

Mähdrescher

Traktor

Pferde

1962

1

17

17

1963

2

18

15

1964

4

19

8

1965

6

21

8

1966

6

22

8

1967

8

22

4

1968

8

23

4

1987

8

31

3

1995

6

24

4

2001

5

29

5

Deutlich ist zu erkennen, wie Pferdekraft durch Motorkraft ersetzt wurde und der Mähdrescher den Personalmangel in der Landwirtschaft ausglich. Die im Jahr 2001 vorhandenen Pferde sind keine „Ackergäule“ mehr, sondern Reit- und Kutschpferde und werden auch nicht mehr von Landwirten gehalten sondern von Pferdeliebhabern, die kaum etwas mit der Landwirtschaft zu tun haben. Es gibt auch keine landwirtschaftlichen Arbeiter mehr. Ausschließlich wird die Bewirtschaftung der Höfe mit Familienangehörigen durchgeführt. Dabei gibt es nur noch 4 Betriebe, die als Vollerwerbsbetriebe gelten, 2 weitere werden im Nebenerwerb bewirtschaftet. 3 dieser Vollerwerbsbetriebe gelten noch als Mischbetriebe, einer hat sich auf die Ferkelproduktion spezialisiert. Schafe gibt es noch in einem Betrieb.

Während vor 25 Jahren ein Schäfer mit der Herde durch die Landschaft zog und von seinen Schafen Wegraine und anderes unproduktives Gelände abweiden ließ, werden heute die Schafe in eingezäunten Weiden gehalten oder im Stall gefüttert. Wie weit die Veränderung in der nächsten Zeit gehen wird, ist nicht abzusehen.