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Aus: Festschrift
zum Jubiläum 800 Jahre Dens
Kurzer geschichtlicher
Abriss
Eine Kopie des Hessischen Staatsarchivs in Marburg bestätigte, dass
Dens erstmals 1195 unter dem Namen „Tense“ in einer Urkunde erwähnt wird.
Der Papst Coletin der III. bestätigt darin dem Kloster Germerode den Beitz
von Dens. Dens kann somit zu Recht 1995 sein 800 – jähriges Jubiläum der
Ersterwähnung feiern. In der Ersterwähnung wird auch ein „Superior Tense“
Oberdens, genannt. Ob es sich damit um ein zweites Dorf oder den höher
gelegenen Teil des Dorfes handelt, bleibt ungewiss. In einer nicht genau
datierten Urkunde zwischen 1302 und 1312 wird Dens im Zusammenhang mit einer
Güterschenkung an das Kloster Cornberg genannt. Im 14. Jahrhundert kam Dens
als Besitz an den Landgrafen von Hessen; zeitweise war es an die Adligen von
Berneburg und Baumbach verpfändet. Seit dem 15. Jahrhundert gehört Dens zum
Amt Sontra.
Ab
1972 wurde Dens durch die Gebietsreform ein Ortsteil der Gemeinde
Nentershausen. Über die Grenzen der näheren Umgebung hinaus nbekannt wurde
Dens im November 1980 , als der damalige Bundespräsident Prof. Karl Carstens
auf seiner Wanderung durch die damalige Bundesrepublik in Dens für eine halbe
Stunde Station machte. Mit einem großen Gefolge, vor allem Sicherheitsbeamte
traf er am See ein und wurde dort von den Landfrauen mit einem deftigen
Frühstück versorgt.
Ein
Gedenkstein an den Seeklippen erinnert an dieses für Dens bedeutende
Ereignis.
Dens wird Ortsteil der Großgemeinde Nentershausen
Nach Abschluss des
Schulverwaltungsgesetzes im Jahre 1969 erfolgt im Jahr 1971 in Hessen eine
Verwaltungs- Gebietsreform mit dem Ziel, viele kleine Gemeinden zur Aufgabe
ihrer Selbständigkeit anzuregen und sich mit mehreren Nachbargemeinden zu
einer Großgemeinde mit einer zentralen Verwaltung zusammenzuschließen.
Schweren Herzens mussten auch wir uns von unserer über 100-jährigen
Selbständigkeit trennen und wurden mit den Nachbargemeinde Nentershausen,
Weißenhasel, Süß, Bauhaus und Mönchhosbach die Großgemeinde Nentershausen
mit Verwaltungssitz in Nentershausen. Vom damaligen Bürgermeister H. Nölke
und dem 1. Beigeordneten K. Ratz wurden die Grenzänderungs- und
Auseinandersetzungsverträge, wie sie damals genannt wurden, in der
Tannenbergschule in Nentershausen unterschrieben. Mit dem Tag der
Unterzeichnung gingen Schulden und Guthaben der alten Gemeinde in die
Großgemeinde Nentershausen über.
Vorher
hatten etliche Zusammenkünfte, Anhörungen und Verhandlungen stattgefunden.
Geplant war, aus der Sicht der Stadt Sontra, eine Supergemeinde für das ganze
Sontraer Land und Umfeld mit dem Verwaltungssitz in Sontra zu gründen. Dieses
Ansinnen wurde aber von den Densern und den Nachbarorten abgelehnt. Auch ein
Beitritt der Dörfer Blankenbach, Wölfterode, Ulfen und Solz zu Nentershausen
scheiterte an deren Bereitschaft.
Bis
zur nächsten Kreis- und Kommunalwahl im Oktober 1972 führten die derzeitigen
Bürgermeister die nur noch gering anfallenden Verwaltungsgeschäfte weiter.
Das bisher in Dens bestehende Gemeindeparlament
®
1 Bürgermeister (H. Nölke)
®
2 Beigeordnete (Karl Ratz, Karl
Kusian)
®
5 Gemeindevertreter (Hans Bick, Hans Franz, Karl Hollstein, Alfred Schade,
Willi Schmidt
wurde
in Ortsbeirat umbenannt und hat nur noch beratende Funktion für das neue
Gemeindeparlament Nentershausen.
Als
Vertreter des Ortsteiles Dens wurde Hans Bick in die neu gegründete
Übergangsgemeindevertretung berufen, nach erfolgter Kommunalwahl im Okt. 1972
werden Heinz Gierschner und Hans Franz Gemeindevertreter und Karl Kusian
Beigeordneter. In den Ortsbeirat werden die Einwohner H. Franz, K. Ratz, W.
Schmidt, H. Gierschner und Willi Degenhardt berufen. Anstelle des früheren
Bürgermeisters wird von den Ortsbeiratsmitgliedern der Vorsitzende gewählt
mit der Bezeichnung „Ortsvorsteher“, der der Verbindungsmann und
Ansprechpartner zur zentralen Verwaltungsstelle ist. Der Ortsvorsteher ist
Ehrenbeamter, es werden ihm auch Verwaltungsaufgaben (kleines Dienstsiegel u.
a.) übertragen. Karl Ratz wurde 1972 Ortsvorsteher und übte dieses Amt bis
1997 aus. Sein Nachfolger war Karl-Heinz Bürger bis 1999, und danach
übernahm Reiner Hollstein das Amt.
Nach
anfänglichen kleineren Schwierigkeiten, die solch ein großer Zusammenschluss
zwangsläufig mit sich bringt, kann heute nach fast 30 Jahren gesagt werden,
dass sich der Zusammenschluss aus Sicht der Gemeinde Dens unbedingt als
richtig und nützlich erwiesen hat; alle im Grenzänderungs- und
Auseinandersetzungvertrag aufgeführten Forderungen und Investitionen sind
vollends von der Großgemeinde Nentershausen erfüllt worden.
Dorf im Wandel
Lange Zeit als sehr stark landwirtschaftlich orientiertes Dorf, vollzog
sich ein Wandel. Neben der Tätigkeit in der Landwirtschaft beschäftigte auch
der ab den 40er Jahren gut florierende Bergbau eine Vielzahl von
Arbeitnehmern, was zur Folge hatte, dass sich die Einwohnerzahl veränderte.
1880
– 180 Einwohner
1890 – 167 Einwohner
1905 – 144 Einwohner
1937
– 195 Einwohner
1938 – 218 Einwohner
1948 – 301 Einwohner
1965
– 203 Einwohner
1991 – 218 Einwohner
1995 – 198 Einwohner
2001
– 170 Einwohner
Die
Auflistung zeigt, dass vor allem nach dem 2. Weltkrieg die Einwohnerzahl ihren
Höchststand hatte. Dies war auch mit die Folge der Aufnahme von Flüchtlinge
und Evakuierten, deren Wohnungen in den Städten zerbombt waren. Durch
allmählichen Wegzug der vom Krieg besonders Heimgesuchten pendelte sich die
Einwohnerzahl auf zunächst ca. 200 ein. Das Ende des Kupferschieferbergbaus
im Reichenbergschacht tat ein übriges dazu, da die Bergleute sich in andere
Bergwerksreviere orientierten. Heute haben wir einen Stand wie etwa 1890
erreicht.
Leider
– oder vielleicht auch Gott sei Dank – ist aus Dens nicht das geworden,
was ein Chronist vor 60 Jahren schrieb: „...die günstige Lage des Sees, an
dem die Autolinie Bebra-Nentershausen-Sontra vorbeiführt, bietet Kurgästen
eine gute Reisegelegenheit. So sehen wir in Kürze unseren kleinen Ort in der
Reihe der Kurorte Deutschlands – wenn auch in bescheidenem Maße –
eingereiht.“ Eine heute utopisch klingende Auffassung.
Eine
tiefgreifende Veränderung im dörflichen Leben brachte die Schulreform Ende
der 60er und Anfang der 70er Jahre, ebenso die Gebietsreform 1971, die Dens zu
einem Ortsteil von Nentershausen werden ließ. Es gab keinen Bürgermeister
mehr, dafür einen Ortsbeirat und einen Ortsvorsteher.
Damit
nicht genug: in 1962 gab es noch 2 Lebensmittelläden, einer davon schloss
schon bald, und der andere gab 1979 auf. In 1980 verlor Dens die Poststelle
und in 1990 schloss die einzige Gaststätte des Ortes ihre Pforten. Von allen
Einrichtungen, die ein Dorf prägen, blieb allein die Kirche und ein zum Teil
reges Vereinsleben.
Die
Aktivitäten der Feuerwehr wurden bereits angesprochen, der ehem. Turnverein
„Jahn“ 1912 wurde 1963 wieder gegründet, nachdem er in den Kriegsjahren
und auch danach geruht hatte. Er nennt sich jetzt TuS Dens 1912. Allerdings
wird nicht mehr geturnt, sondern Tischtennis gespielt. Neuerdings hat sich
eine Frauengymnastikgruppe gebildet (dazu an anderer Stelle mehr).
Ob
mit den genannten Veränderungen der Wandel des Dorfes zum Stillstand gekommen
ist, oder ob sich in naher Zukunft weitere Veränderungen ergeben –
besonders im Bereich der Landwirtschaft mit all ihren Problemen – bleibt
abzuwarten. Hoffentlich leidet das heute doch etwas beschauliche dörfliche
Leben nicht unter dem was kommt. Auch wäre zu wünschen, dass im näheren
Bereich Arbeitsplätze erhalten bzw. neu geschaffen würden, um vor allem der
Jugend Anreize zu geben, auf dem Dorf zu leben.
Dazu
gehört aber auch, dass Arbeitsplätze zur Verfügung gestellt werden. Eine
Überalterung unserer dörflichen Idylle wäre ein Horrorbild.
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Schule
und Kirche sind zwei unzertrennliche Elemente eines Ortes, vor einigen Jahren
auch organisatorisch verbunden. Die Ursprünge der Schule als Ort der Bildung
reichen bis in die Zeit des 30-jährigen Krieges zurück. Das genaue,
urkundlich festgehaltene Datum ist 1634. Der Unterricht fand in den Anfängen
im sogenannten „Alten Hirtenhaus“, teilweise in der Wohnung des Lehrers
und dann später, als die Pfarrei Dens mit der Pfarrei Nentershausen
zusammengelegt wurde, im Pfarrhaus statt, das neben der Kirche stand. Zu
diesem Haus gehörte eine Scheune, die 1828 abbrannte, aber von der Gemeinde
wieder aufgebaut wurde. Sie galt als Eigentum der Küsterei und der Schule.
Der Lehrer benötigte die Landwirtschaft, da er von dem „Gehalt“, das er
für seine Tätigkeit bekam, nicht leben konnte. Dieses Schulgebäude, das im
oberen Teil eine Wohnung für den Lehrer enthielt, (1956 baute die Gemeinde
dem Lehrer ein Lehrerhaus) hatte im unteren Teil einen großen Raum, in dem
alle Jahrgänge von 1 – 8 unterrichtet wurden. Mehrmals renoviert wurde das
Haus dann Anfang der 90er Jahre verkauft, nachdem der Schulbetrieb eingestellt
worden war. Die Chronik verzeichnet ab 1660 bis 1969 insgesamt 30 Lehrer, die
in Dens mehr oder weniger lang unterrichtet haben.
Dieser
Aufenthaltszeitraum erstreckt sich von 14 Tagen bis 52 Jahren. Dieser lange
Zeitraum kennzeichnet die Unterrichtstätigkeit eines Lehrers namens Johannes
Lehmann, von 1660 – 1712. Leider sind aus der Zeit der Gründung 1632 –
1660 keine Aufzeichnungen über Lehrer vorhanden. Ursprünglich gab es keine
speziell ausgebildeten Lehrer. Handwerker und Bauern übernahmen den
Unterricht und wurden von der Gemeinde mit etwas Geld und Naturalien, die die
Bauern aufbringen mussten, bezahlt.
Erst
im 18. Jahrhundert erscheint ein Lehrer, Justus Wicke, der im Homberger
Seminar ausgebildet wurde. Von dieser Zeit an gibt es nur noch Schulmeister,
wie die Lehrer damals hießen, die an Seminaren ausgebildet wurden.
Einer
der Schulmeister, der für Dens äußerst segensreich wirkte, auch neben dem
Schuldienst, war Lehrer Höhre, von 1926 bis 1933 in Dens. Ihm ist es in
erster Linie zu verdanken, dass die Denser „Ihren See“ so nutzten, wie es
sich gehörte, nämlich als Ort
der Körperertüchtigung, hier ist das Schwimmen gemeint. Gleich nach der
Stellenbesetzung 1926 ging er ans Werk, den Denser Schulkindern das Schwimmen
beizubringen. Bis dahin gab es fast unüberwindliche Vorurteile bezüglich der
Beschaffenheit des Wassers und des Schlammboden des Sees. „In disse ahle und
ungesunde Dreckbrieh geh ich nit´ nin“, war rundum zu hören. Diese „Dreckbrieh“
war zwar kein klares Wasser und beherbergte Molche, Frösche und Pferdeegel,
hatte aber einen heilkräftigen Schwefelgehalt. Sie war sehr gut zum Schwimmen
geeignet. Mit Trockenübungen bereitete Lehrer Höhre die Schulkinder auf das
Schwimmen vor und erreichte es auch, dass fast alle Denser Schulkinder
schwimmen konnten.Die Mitglieder des Turnvereins „Jahn“ unterstützten
Lehrer Höhre tatkräftig, z.B. beim Bau eines Nichtschwimmerbereiches.
Die
Schulaufsicht, Inspektion genannt, wurde bis 1920 von der Kirche ausgeübt. Ab
dieser Zeit gab es dann Schulräte, die sich von Zeit zu Zeit über den
Wissenstand der Schüler informierten.
Besonders
schwierige Verhältnisse gab es am Ende des 2. Weltkrieges. Der damalige
Schulmeister, Lehrer Höller, der 1944 die Stelle in Dens antrat, musste in
den Jahren 1945 und 1946 auch den Unterricht in Mönchhosbach wahrnehmen. Das
bedeutete, dass montags, mittwochs und freitags in Dens und an den übrigen
Tagen in Mönchhosbach Unterricht stattfand. Diese Regelung wurde deswegen so
getroffen, da die Schüler wegen ihres schlechten Schuhwerkes, besonders im
Winter, ihren Wohnort nicht verlassen konnten, um gemeinsam in Dens oder
Mönchhosbach unterrichtet zu werden.
Die
Schülerzahlen – Aufzeichnungen gibt es seit 1888 – schwankten zwischen 23
und 28 bis 1945, dann schnellten sie bis 1947 auf 55 in die Höhe und sanken
ab 1952 wieder auf 21 bis 25 ab. Die letzte Zahl betrug zur Schließung der
Schule 23 Kinder.
Das
Ende der Denser Dorfschule wurde eingeläutet, als Ende der 60er Jahre die
Landschulreform begann, die in den 70er Jahren vorerst in Hessen vollendet
wurde. Ab 1966 – jetzt wurde in Hessen das 9. Schuljahr eingeführt –
fuhren die Klasse 7 und 8 mit dem Schulbus nach Nentershausen. Das endgültige
„Aus“ der Schule trat dann ein, als die Gemeindevertretung aufgrund einer
Elternempfehlung und auf Druck des Schulamtes am 12.04. 1969 beschloss, die
Schüler nach Nentershausen zu schicken. Es blieb keine andere Wahl. Diese
Regelung wurde schon ab 20. 01. 1969 praktiziert. Nun fahren die Schüler des
1. bis 4. Schuljahres nach Nentershausen und die Schüler der Jahrgänge 5 bis
13 nach Sontra zur Gesamtschule. Mit der letzten Einschulung und dem Datum
Januar 1969 ging ein Kapitel Denser Geschichte zu Ende.
Neben dem Bergbau im Richelsdorfer Gebirge prägte vor allem die
Landwirtschaft die Dörfer in der Umgebung. Große und kleine Bauernhöfe
wurden von ihren Besitzern und landwirtschaftlichen Arbeitern bewirtschaftet.
Die großen Betriebe, noch vor 30 Jahren allesamt Mischbetriebe, kamen ohne
Hilfskräfte nicht aus. Schafmeister, Schweinemeister und Schweitzeer waren
diese Arbeitskräfte. Daneben kamen Gespannführer und zu besonderen Zeiten
Tagelöhner. Vor dem 2. Weltkrieg, als die Motorisiering und Mechanisierung in
der Landwirtschaft und in unseren Betrieben in den Anfängen steckte, war
Menschen- und Pferdekraft gefragt. Nachfolgende Aufstellung zeigt den Fortgang
der weiteren Entwicklung.
|
Zeit |
Mähdrescher |
Traktor |
Pferde |
|
1962 |
1 |
17 |
17 |
|
1963 |
2 |
18 |
15 |
|
1964 |
4 |
19 |
8 |
|
1965 |
6 |
21 |
8 |
|
1966 |
6 |
22 |
8 |
|
1967 |
8 |
22 |
4 |
|
1968 |
8 |
23 |
4 |
|
1987 |
8 |
31 |
3 |
|
1995 |
6 |
24 |
4 |
|
2001 |
5 |
29 |
5 |
Deutlich
ist zu erkennen, wie Pferdekraft durch Motorkraft ersetzt wurde und der
Mähdrescher den Personalmangel in der Landwirtschaft ausglich. Die im Jahr
2001 vorhandenen Pferde sind keine „Ackergäule“ mehr, sondern Reit- und
Kutschpferde und werden auch nicht mehr von Landwirten gehalten sondern von
Pferdeliebhabern, die kaum etwas mit der Landwirtschaft zu tun haben. Es gibt
auch keine landwirtschaftlichen Arbeiter mehr. Ausschließlich wird die
Bewirtschaftung der Höfe mit Familienangehörigen durchgeführt. Dabei gibt
es nur noch 4 Betriebe, die als Vollerwerbsbetriebe gelten, 2 weitere werden
im Nebenerwerb bewirtschaftet. 3 dieser Vollerwerbsbetriebe gelten noch als
Mischbetriebe, einer hat sich auf die Ferkelproduktion spezialisiert. Schafe
gibt es noch in einem Betrieb.
Während vor 25 Jahren ein Schäfer mit der Herde durch die Landschaft zog und von seinen Schafen Wegraine und anderes unproduktives Gelände abweiden ließ, werden heute die Schafe in eingezäunten Weiden gehalten oder im Stall gefüttert. Wie weit die Veränderung in der nächsten Zeit gehen wird, ist nicht abzusehen.
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In
den 30er und 40er Jahren dieses Jahrhunderts wurde durch den Einsatz von 75
Mio RM der Kupferschieferbergbau im Richelsdorfer Gebirge, der lange Zeit
geruht hatte, wieder in Gang gesetzt. Die Notwendigkeit, eigene Vorräte
verwenden zu müssen, trieb die Reichsregierung dazu, aktiv zu werden.
Kupfereinfuhren wurden durch die Kriegsgegner blockiert.
Besonders
der Reichenbergschacht, 1934 geteuft, oberhalb von Dens gelegen, bot ergiebige
Kupfererzlager. 1400 t wurden pro Schicht aus dem Berg geholt. Probleme gab es
aber mit dem Wasser. Pumpen mussten ständig Wasser aus den Schächten und
Stollen pumpen, um ein Arbeiten zu ermöglichen. Die geologische Situation des
Richelsdorfer Gebirges erforderte den Einsatz gut funktionierender
Pumpanlagen.
Das
Teufen der Schächte veränderte die natürlichen Wasserverhältnisse. Bäche
wurden trocken, Quellen versiegten und auch der Denser See wurde ein
Schlammloch, vorübergehend. Als Ausgleich für die unterbrochene
Wasserversorgung wurde das Gruppenwasserwerk in Breitau gebaut. Die dortige
ergiebige Karstquelle schüttet genügend Wasser für eine große Anzahl von
Gemeinden in der näheren Umgebung. Zur Verhüttung des Kupfererzes wurde auf
dem Brodberg bei Sontra eine Hochofenanlage gebaut. Diese wurde aber 1947 auf
die Demontageliste gesetzt und nach Jugoslawien abtransportiert. 1950
montierte man 2 neue Hochöfen. Diese verarbeiteten das Erz aus den Schächten
Schnepfenbusch bei Bauhaus, Wolfsberg bei Iba und dem Reichenbergschacht bei
Dens. Die längste Seilbahn Europas verband diese Schächte mit dem Brodberg.
Dann
kam die Schicksalstunde des Reichenbergschachtes. Es war der 26. Nov. 1950. 68
Kumpel waren in den Schacht eingefahren und strebten ihren Arbeitsplätzen zu.
Plötzlich hörten sie ein fremdartiges Geräusch. Einem Poltern folgte ein
Rauschen. Wassereinbruch! Aus der 2. Sohle Nord strömte das Wasser mit
solcher Wucht, dass Förderwagen fortgeschwemmt wurden und die tiefsten
Stellen der 385 Meter Sohle in kürzester Zeit absoffen. Die meisten der 68
Kumpel konnten sich sofort retten. Vier aber, Franz Brandl, Heinrich Meier,
Bernd Milotta aus Nentershausen und Karl Stralek aus Cornberg waren
gefährdet. Diese vier wurden durch Franz Brandl unter Einsatz seines Lebens
gerettet. Für diese Tat verlieh ihm der damalige Bundespräsident, Professor
Theodor Heuss, das erste Bundesverdienstkreuz der Bundesrepublik Deutschland.
Die
Hiobsbotschaft über den abgesoffenen Schacht eilte schnell durchs
Richelsdorfer Gebirge. Die Bevölkerung war schockiert, verlor doch eine
große Anzahl Menschen ihren Broterwerb. Die weniger ergiebigen Schachtanlagen
Wolfsberg und Schnepfenbusch sollten noch bis 1955 arbeiten. Trotz
finanzieller Zuschüsse konnte die Kurhessenhütte aber nicht mit den
Weltmarktpreisen für Kupfer mithalten.
Am 31. März 1955 um 14.15 Uhr wurde Schnepfenbusch geschlossen, und am
27. Oktober 1955 kam das endgültige Aus des Kupferschieferbergbaus im
Richelsdorfer Gebirge mit der Stilllegung des Schachtes Wolfsberg. Die
Entscheidung fiel in Bonn, und dort wurde auch beschlossen, die Anlagen auf
dem Brodberg, Reichenberg, Schnepfenbusch und Wolfsberg abzubauen und zu
verkaufen. Das Wahrzeichen des Kupferschieferbergbaus, der Förderturm auf dem
Reichenberg und die längste Seilbahn Europas wurden abgebaut und als Schrott
verkauft.
Viele
Belegschaftsmitglieder gingen ins Ruhrgebiet, andere suchten sich Arbeit im
Raum Eschwege und Bad Hersfeld. Umfangreiche Bemühungen erfolgten, um
Ersatzindustrie in den noch vorhandenen Werkshallen unterzubringen, mit mehr
oder weniger Erfolg.
Der
Reichenberg verzeichnet seitdem eine wechselvolle Geschichte. Eine ganze
Anzahl von Betrieben versuchte, in den Hallen etwas zu produzieren. Fast alle
gaben nach einiger Zeit aus verschiedenen Gründen erfolglos auf. Erst seit
einigen Jahren hat die Firma Lignotock eine Dauerproduktion eingerichtet.
Entwicklung
und Werdegang der Freiwilligen Feuerwehr 1900 Dens
Aus
Unterlagen des Hess. Staatsarchiv aus den Jahren 1826, 1846 und 1851 ist zu
entnehmen, dass bereits in diesen Jahren in Dens eine Feuerwehr bestand; aber
erst im Jahre 1900 gründete sich die Feuerwehr Dens als Verein. Wie aus den
vorhandenen Protokollen zu ersehen ist, setzte sich der erste Vorstand aus
folgenden Personen zusammen:
1.
Vorsitzender
H. Wicke
Beruf: Landwirt
2.
Vorsitzender
W. Rüppel
Beruf: Landwirt
Kassenführer
M. Koch
Beruf: Wagner
Die
Feuerwehr hatte 19 Mitglieder. Bereits im Jahre 1902 wechselte der Vorstand:
1.
Vorsitzender
Rudolf Wicke
Stellvertreter
W. Rüppel II
Kassierer
Joh. G. Koch
Im
Jahre 1907 wurde der Vorstand um den Schriftführer Wilhelm Claus erweitert.
Bis
1924 war der Vorsitzende Rudolf Wicke auch Führer der Einsatzabteilung.
Ferner war er Bezirksbrandmeister. Ab 1925 wurde Matthäus Nölke
Abteilungsleiter der aktiven Einsatztruppe. Erstmalig wurde im Jahre 1935 ein
Dienstplan für Übungen festgelegt.
In
den Kriegswirren wurden keine Aufzeichnungen über das Vereinsleben geführt,
doch die Feuerwehr mit Einsatzabteilung hat weiterbestanden. Nach dem Krieg
traf man sich erstmals am 31. 01. 1951 zu einer Versammlung, um die Feuerwehr
wieder zu aktivieren und wählte den Vorstand wie folgt:
Vorsitzender
Heinrich Nölke
Stellvertreter
Max Gliewe
Schriftführer
Karl Ratz
Kassenwart
Ernst Koch
Aktive
Feuerwehr: Ortsbrandmeister Heinrich Nölke, Stellvert. Heinrich Wicke,
Gruppenführer Johannes Franz, Karl Nölke II, Heinrich Knoth, Willi
Schmidt, Gerätewart Heini Schmerfeld und Hornist Valentin Franz.
Anlässlich
des 50-jährigen Bestehens der Feuerwehr wurde am 27. Mai 1951 ein
Feuerwehrfest ausgerichtet. Bemerkenswert in der damaligen Zeit, keine
Motorisierung, dass der Steigertrupp nach 4 Minuten und die Handdruckspritze
nach 6 Minuten den Brand bekämpfen konnten. Ein denkwürdiger Tag für die
Feuerwehr war die Anschaffung einer Motorspritze, die in einer Feierstunde am
25. Juni 1960 übergeben würde.
Diese
neue Motorspritze kam auch dann beim Bezirksfeuerwehrfest, anlässlich des
60-jährigen Bestehens der Feuerwehr Dens, bei der Übung zum Einsatz Zur
Gewährleistung des Brandschutzes wurde im Rahmen einer Bezirksübung der neue
Feuerlöschteich am 26. 07. 1964 in Betrieb genommen. Am 17. 06. 1966, ein
weiterer Freudentag für die Feuerwehr Dens, wurde das neu erbaute
Feuerwehrgerätehaus seiner Bestimmung übergeben. Anlässlich des
70-jährigen Bestehens wurde am 02. 07. 1970 eine Bezirksübung mit den Wehren
Mönchhosbach, Süß, Bauhaus, Nentershausen, Weißenhasel und Dens
durchgeführt und verdiente Mitglieder für 25- und 40-jährige Mitgliedschaft
geehrt.
Eine
weitere Verbesserung des Brandschutzes erfuhr Dens durch die Übergabe eines
neuen Tragkraftspritzenfahrzeuges (TSF 8/8) am 03. 05. 1972. Bedingt durch die
Gebietsreform, Zusammenschluss der Gemeinden
zur Großgemeinde Nentershausen, ergab sich auch eine Umstrukturierung
der aktiven Einsatzabteilung der Feuerwehren. Anstelle der jetzigen
Ortsbrandmeister traten die Wehrführer, welche dem neuen Ortsbrandmeister der
Großgemeinde unterstellt wurden. Für den Ortsteil Dens wurden Heinz
Gierschner als Wehrführer und Karl Hollstein zu seinem Stellvertreter
gewählt.
Das
75-jährige Jubiläum am 11. und 12. Juli 1975 war ein weiterer Höhepunkt in
der Geschichte der Feuerwehr Dens. Unter der Leitung von Ortsbrandmeister
August Stein fand eine Großübung statt. Im Jahr 1972, genau am 2. Juli,
wurde eine alte Tradition wieder ins Leben gerufen. Erstmals wurde in
Zusammenarbeit mit dem TuS Dens ein See- und Lichterfest veranstaltet.
Die
Vorsitzenden der Freiwilligen Feuerwehr Dens von 1900 bis heute:
1900
– 1901 H
Wicke
1902 – 1934 R.
Wicke 1935
- ?
M. Nölke
1951
– 1952 Heinr.
Nölke 1953 – 1957 H. Rüppel III
1958 – 1959 M.
Gliewe
1960
– 1982 H.
Knoth
1983 – 1988 W.
Knoth 1989
– 1990 H. Gierschner
ab
1991
R. Hollstein
Einsatzabteilung
Abt. Führer/Ortsbrandmeister/Wehrführer
1901
H. Wicke
1902 – 1924 R.
Wicke 1925
– 1934 M. Nölke
1935
- ?
H. Nölke
1951 – 1952 H.
Nölke 1953
– 1957 H. Rüppel III
1958
– 1982 H.
Gierschner 1983 –
1984 G. Goßmann
ab 1985
W. Knoth
Geschichte
des Turn- und Sportvereins Dens
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Die
Anfänge des Sportverein Dens gehen zurück auf die Versammlung am 22. Juni
1912. An diesem Tag trafen sich die Ortsbewohner Friedrich Goßmann, Heinrich
Goßmann, Johannes Franz, Karl Schmidt, Georg Wetterau, Heinrich Nölke,
Heinrich Koch, Heinrich Ratz, Herrmann Reinhard, Heinrich Koch I, Wilhelm
Koch, Heinrich Koch II, Matthäus Nölke, Wilhelm Ruschelan, Reinhard Nölke,
Rudolf Schmidt, Hans Wetterau. Man setzte eine Satzung auf und verabschiedete
diese, welche zur Genehmigung über Bürgermeister Wicke zum Königlichen
Landrat des Kreises Rotenburg eingereicht wurde. Auf Anordnung des Landrates
mussten einige Satzungsabschnitte geändert werden. In der Generalversammlung
am 6. Juli 1912 wurde die geänderte Satzung angenommen und trat in Kraft. Der
Vorstand setzte sich wie folgt zusammen:
1.
Vorsitzender
Herrmann Reinhard
2.
Vorsitzender u. Turnwart
Matthäus Nölke
Schriftführer
Heinrich Koch I
Der
Verein führte den Namen „Turnverein Jahn Dens. Der Zweck des Vereins war
die Förderung der Turnerei in jeder Weise durch Wort und Tat und neben der
Turnerei auch die Pflege der vaterländischen Gesinnung ohne jegliche
Parteipolitik, die Abhaltung regelmäßiger Turnstunden, gesellige
Zusammenkünfte und Turngesang und Turnfahrten. Unentschuldigt versäumte
Turnstunden seitens der Aktiven Turner wurden mit einer Strafe von 10 Pfennig
belegt.
Am
10. 06. 1926 wurde die Unterabteilung Gesangverein gegründet. Leiter des
Chores war Lehrer Höhre, er führte auch zeitweise die Geschäfte des
Vorsitzenden. Weiterhin wurde am 24. 04. 1924 eine Schwimmabteilung ins Leben
gerufen, in diesem Zuge wurde auch das Badehaus erstellt und die ersten
Schwimmfest durchgeführt. Ab 1940 sind keine Aufzeichnungen vorhanden, da
wegen der Kriegsereignisse der Sportbetrieb ruhte.
Im
Jahr 1947, und zwar am 5. Juli, trafen sich erneut Bürger von Dens, um den
ruhenden Sportverein zu aktivieren. Um dem Verein eine größere
Lebensfähigkeit zu geben, wurde aus der Versammlung der Vorschlag gemacht,
den Verein in Feuerwehr-, Turn- und Sportverein umzuwandeln. Dieser Vorschlag
fand aber keine Mehrheit, so dass es bei der Bezeichnung Turn- und Sportverein
Dens blieb. Als Vorsitzender wurde Schmiedemeister Heinrich Nölke gewählt.
Folgende Sportarten sollten betrieben werden: Fußball, Leichtathletik,
Turnen, Handball. Im Jahre 1951 wurde noch eine Anteilung Chorgesang
integriert. Leiter dieser Abteilung wurde Lehrer Georg Bloß.
Die
aktive Tätigkeit hielt sich aber in geringem Rahmen und kam zeitweise ganz
zur Ruhe, so dass keine Aufzeichnungen vorhanden sind.
Im
Jahre 1949 führte Wilhelm Ratz in Vertretung die Geschäfte des Vorsitzenden.
Von 1950 war Lehrer Georg Bloß Vorsitzender des Sportvereins. Erst ab 1963
existieren wieder Protokolle. In diesem Jahr kehrte auch wieder Leben ein.
Unter dem Namen TuS Dens 1912 begann die sportliche Aktivität mit dem
Tischtennisspielen.
Im
Jahr 1987 konnte der Sportverein sein 75-jähriges Bestehen feiern. In Form
einer Festwoche wurde das Jubiläum begangen. Bis zum heutigen Tagen spielen
bis zu drei Mannschaften in verschiedenen Klassen.
Die
Vorsitzenden des Tus Dens ab 1963 – 1984 Walter
Vogel
1985 – 1987 Jürgen
Nölke
1988 – 1992 Horst
Beyer
1993
– 1996 Wilfried
Knoth
1997 – 1999 Gerhard
Goßmann
2000 – heute Siegfried
Linden
Seit
2000 unterhält der TuS Dens eine
Damengymnastikgruppe, die sich reger Teilnahme erfreut. In diesem Jahr wurde
sie unter der Rubrik Turnen beim Landessportbund angemeldet.
Der
jüngste Verein des Dorfes feierte 1993 das 30-jährige Bestehen. Dies ist der
Landfrauenverein Mönchhosbach-Dens. Die Besonderheit des Vereins liegt in der
Ortszugehörigkeit der Mitglieder. Sage und schreibe aus 9 Orten rekrutieren
sie sich, Orte von Imshausen bis Sontra. Ursprünglich hieß dieser Verein
Landfrauenverein Mönchhosbach. Mittlerweile sind aber 21 Mitglieder, fast 1/3
der Mitglieder, aus Dens, da musste doch Dens mit in den Namen.
Die
Vereinsarbeit war bis vor einigen Jahren ausschließlich gekennzeichnet durch
die Beschäftigung mit Themen aus Haus, Hof und Garten. Allgemein
interessierende Inhalte( z. B. Pflegeversicherung, Altenbetreuung, Sozialhilfe
usw.) sind heute vorrangig im Gespräch. Themen aus der Landwirtschaft aber
werden nicht ganz vernachlässigt. Es gibt eine große Anzahl von Mitgliedern,
die noch in der Landwirtschaft tätig sind und andere, die sich mit der
Landwirtschaft verbunden fühlen. Neueste Erkenntnisse bezüglich Haus, Hof
und Garten sind immer gefragt.
Frau
Käte Leuber führte den Verein seit der Gründung bis 1987. Dann trat sie aus
Altersgründen zurück und übergab das Amt an Barbara Vogel. Eine besondere
Attraktion – weil vielleicht doch typisch weiblich – sind die
alljährlichen Kochabende. An diesem Abend ist der Besuch sehr rege. Seit
kurzem bereichert ein Klavier – gespielt von Frau Krebs aus Sontra – die
Vereinsabende. Beim stehenden Festzug am 9. 7. 95 präsentierten sich die
Landfrauen in einer geschichtlich orientierten Modenschau den Besuchern und
sorgten für das leibliche Wohl in Form von Kaffee und Kuchen. 1997 übergab
B. Vogel das Amt des 1. Vorsitzenden an Frau Borschel. Beim Kirchenfest am 20.
Juli 2000 beteiligten sich die Landfrauen in hervorragender Form. Sie werden
auch für den erstmals anberaumten Ostermarkt am 1. April wieder mit Rat und
vor allen Dingen Tat zur Seite stehen.