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Der See,
mit normalen Wasserstand |
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Der See, im Jahre 1999,
"so klein war er noch nie" (Mit Erich und Charlie) |
Der See, im Juni 2003 |
Die Sage vom Denser See
Einst war vor vielen Jahren in Dens Kirchweih. Die Kirmesgäste kamen von nah und fern, um mit frohen Freunden einige Tage fröhlich zu feiern. Man hörte Geigen, fröhlichen Gesang und Becherklang.
Solch frohes Leben klang bis in die Tiefen des Sees. Drei lichte, in Schneegewänder gekleidete Seemägdelein gelüstete es, an dem frohen Treiben so froher Menschen teilzunehmen. Bei hellem Mondenschein stiegen sie aus den Fluten und betraten festen Boden. Geschmückt mit köstlichem Geschmeide und duftigen Rosenbändern gingen sie den Felsenpfad hinauf und nahten sich mit leichten Schritten dem Festplatz unter der Linde. Die Schönen des Ortes standen festlich geschmückt am Saume des Tanzplatzes und warteten, bis ein flotter Tänzer sie zu wirbelndem Walzer abholte. Zu ihnen gesellten sich die drei lichten Jungfern und lauschten still den Tönen, die ihnen so ganz neu waren. Bald wurden sie entdeckt, ihre Schönheit entging den Burschen nicht.
Rasch kam einer nach dem anderen vorbei und bat um ein Tänzchen, das gern gewährt wurde. Als aber die Uhr des nahen Kirchleins zum Mitternachtsschlage aushub, entflohen sie still und heimlich dem Jubel und dem Tanz. Gern wären sie noch geblieben, aber sie mussten.
Des anderen Abends waren sie wieder da. So mancher junge Bursche hatte schon sehnsüchtig nach ihnen ausgeschaut. Nun tanzten sie wieder und sollten diesmal nicht heimlich von dannen schleichen. In mitternächtiger Stunde eilten sie wieder zum Strande und waren zum Sprung in die Tiefe bereit. Da hörte man einen dumpfen Schrei, der einen fehlte ein Handschuh, er wurde ihr von einem Tänzer entwunden. Ohne ihn durfte sie jedoch nicht ins Wasserloch zurückkehren. Sie eilte zurück und suchte und suchte. O unseliges Walten, sie fand ihn nicht.
Bis zum Morgen blieb sie zurück in der Hoffnung, den Handschuh noch zu finden. Aufgelöst in Schmerz, mit wild verworrenem Haar, mit wehem Herzen verließ sie endlich die muntere Schar, eilte zum See und sprang in die Tiefe. Dort unten hörte man ein dumpfes Sausen und einen Jammerlaut, darauf ein wildes Brausen. Man hatte keinen Zweifel, sie hatte ihr Leben lassen müssen. Die Wellen des Sees färbten sich blutigrot, ein Ruf ertönte noch aus dem Wasser, dann ruhte der See still wie vorher.
Niemals sind die Jungfrauen wieder herausgekommen, um an den Freuden und Genüssen der Menschen teilzunehmen. Aber heute noch, wenn auf Erden herrscht große Kriegsnot, dann sieht man wohl noch werden den See wie Blut so rot.
(Entnommen aus „Rund um den Alheimer, Heft 2")
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Die Hessische Allgemeine hat im Jahr 1988 in ihrer Reihe: Unsere Heimat einst und jetzt
eine Serie über den „Denser See" gestartet, die wir Ihnen hier nahebringen möchten.
Unsere Heimat einst und jetzt (751)
Feste, Feiern, frohe Stunden
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Geschichte 2 | Geschichte 3 | Geschichte 4 | Seefest|
„Wann und wie ist dieser See entstanden?" das ist gewöhnlich die vorrangige Frage, wenn ein Besucher erstmals am Denser See steht und die steilen Uferböschungen betrachtet. Wann das Gewässer entstanden ist, darüber schweigen Überlieferungen und Chroniken: möglicherweise aber schon vor der ersten Siedlung zwischen Nentershausen und Solz. Doch wie der See entstehen konnte, darüber liegen Aussagen von Geologen vor. Dolomitbänke Der Denser See liegt im Gebiet des „Richelsdorfer – Sontraer Kupferschieferge- birges" und zwar im Plattendolomit der oberen Zechsteinformation. Insbesondere an der Westseite des Sees sind einige Dolomitbänke deutlich erkennbar. Alle unter dem Zechstein lagernden Gipsgänge – in der Nähe von Dens gibt es Gipsbrüche, u. a. im benachbarten Mönchhosbach – sind Auswaschungen ausgesetzt. Sie nehmen ihren Anfang gewöhnlich von der Basis aus. Sickerwasser löst das Salz, es fließt ab, das Deckgebirge wird brüchig, eindringendes Regenwasser beschleunigt die Hohlraumbildung, und dann ist das Einstürzen der Deckgeschichten nur eine Frage der Zeit. Nicht nur in Dens gab und gibt es Erdeinbrüche oder Erdfälle, wie sie auch genannt werden, im ganzen Richelsdorfer Gebirge und angrenzenden Gebieten sind Senkungen, auch „Kauten" genannt, festzustellen, u. a. die Donnerkaute bei Nentershausen, aber auch die „Enten- oder Butterkaute" bei Eltmannsee, die „Kauten" bei Schemmern und die Erdfälle zwischen Baumbach und Oberellenbach, über die Chronist Friedrich Lucae berichtete............... Die Besonderheit des Denser Sees liegt aber nicht nur in der Entstehung infolge eines Erdeinbruchs, sondern einmal darin, dass er weder einen oberirdischen Zu- noch einen Abluss hat und durch Wasseradern in der |
Tiefe seinen Wasserspiegel im Wesentlichen hält, zum anderen und insbesondere aber in der merkwürdigen Verfärbung, die in unregelmäßigen Abständen erfolgte, meist aber in der kälteren Jahreszeit, beispielsweise im Januar 1769, im Herbst 1776, im Herbst 1780, im Winter 1802, im Februar 1861, sowie in den Wintern 1907, 1928 und 1938. Selbstverständlich bemächtigte sich auch „Frau Sage" der Rotfärbung des Sees, während der Volksmund ergänzend von angekündigtem drohenden Unheil sprach. Nach einer Sage – ähnlich der vom Ellenbacher See – tauchen zur Kirmes in Dens einmal drei schöne Jungfrauen auf. Nach vielen Tänzen ......(siehe Sage vom Denser See) Nach einer anderen Sage erschienen einmal nachts vor dem Haus der „Eller" von Dens zwei Reiter und forderten sie zum Mitkommen auf. Aber sie wollte nicht. Doch mit Gewalt brachten die Berittenen die Frau in unterirdische Höhlen unter dem Denser See, wo sie der Königing des Sees beistehen musste. Sie tat es. Reich beschenkt kehret die Frau zurück, aber mit dem Versprechen, keinem Menschen von ihrem Abenteuer zu erzählen. Kurz vor ihrem Tode berichtete sie aber doch dem Pfarrer davon – am nächsten Tag war der See rot. Ja, unter dem See soll sich ein Königsschloss befinden, berichtete der Volksmund. Als man die Tiefe des Sees messen wollte, soll an dem hochgezogenen Pflugschar, den man an einem Seil hinabgelassen hatte, ein Zettel mit der Beschriftung gehangen haben, dass beim nächsten Messversuch Dens untergehen werde. Die Rotfärbung brachte in der Tat die Erzählerseelen voll in Wallung. Wie nun diese merkwürdige Naturerscheinung die nüchterne Wissenschaft sah, darüber etwas in der nächsten Folge. |
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Unsere Heimat einst und jetzt (752)
Feste, Feiern, frohe Stunden
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| Geschichte 3 | Geschichte 4 |Seefest|
„Anno 1769, den 13. Januar wurde hiesiger See wieder rot. Diese Röte aber dringet auf der Seite nach Nentershausen und nach Bernd Wetteraus Haus unter den Steinen herfür und überzieht manchmal „das ganze See". Es ist aber kein Blut, wie die gemeinen Leute dafür halten, sondern eine Karmosinrote Farbe und dieser mein darunter stehende Name und Charakter ist damit geschrieben. Matthäus Simon, Pfarrer zu Dens a.d. 1769" Pfarrer Simon hat sich damals den Vorgang wohl nicht erklären können, denn er vermerkte in seinen Aufzeichnungen einige Zeit später, als das Wasser des Denser Sees wieder die rote Farbe annahm und diesen Tatbestand erneut durch seine Unterschrift mit rotem Seewasser beurkundete, dass die Rotfärbung „bei offenem und regenhaftem Wetter mehrenteils geschehen ist. Bernd Wetterau allhier meint, es habe die Teuerung 1771/72 prognosticiret". Auch soll Lehrer Wicke im Jahre 1861 mit dem roten Seewasser seinen Namen in eine Bibel geschrieben haben, der, so wird berichtet, nach der letzten Jahrhundertwende noch deutlich zu lesen gewesen sein soll. Kein Wunder also, dass der „rote See" in ganz Hessen und darüber hinaus im Gespräch war und die rote Färbung als Naturmerkwürdigkeit auch Gelehrte beschäftigte. Professor Dr. Halbfaß aus Neuhaldensleben stellte 1904 Untersuchungen an. Er fing mit einem Netz im Herbst 1904 rötlich schimmernde kleine Tierchen, die durch ihr massenhaftes Auftreten das Wasser blutrot färben könnten. Weil sich aber die Farbe nur im Herbst und Winter zeigte, vermutete er, dass die mikroskopisch kleinen Lebewesen, Daphnien genannt, wegen des größeren Lichtbedürfnisses im Herbst und Winter sich der Wasseroberfläche näherten und dann bei plötzlich eintretendem stärkeren Frost verendeten. Ihre Masse führe zur Rotfärbung. In der helleren Jahreszeit – Frühling oder Sommer – lebten die Daphnien in größerer Tiefe, da ausreichende Lichtstrahlen zu ihnen gelangen könnten. |
Auch in dem sehr strengen Winter 1929, als der See eine 60 cm dicke Eisdecke trug, entdeckte man an der Ostseite eine etwa 10 qm große Fläche im Eise, die völlig rot war. Diese war nach einigen Tagen wieder verschwunden. Vor rund 60 Jahren gab es aber noch eine andere Version für die Rotfärbung. Danach brachte man die Farbänderung des Denser Sees mit dem „roten See" bei Großalmerode in Verbindung, wo die Rotfärbung nach anhaltendem Regenwetter zu verzeichnen war, zurückzuführen auf das Vorkommen von Diatomeen, sogenannte Kieselalgen, die mit der Kohlensäureausströmung der unterirdischen Seequellen nach oben getrieben werden. Angesichts der jahreszeitlichen Erscheinung am Denser See – Herbst oder Winter – dürfte die Analyse von 1904 durch Prof. Halbmaß wohl doch die zutreffendste Aussage sein. Dass in früheren Zeiten das Baden im See in der Gemeinde Dens regelrecht verpönt war, hat möglicherweise an der vorurteilsvollen Einstellung der Bewohner gelegen, die diesem Gewässer allerlei gefahren für den Menschen andichteten und das Wasser für schädlich hielten. Doch dem aktiven Wirken des 1912 gegründeten Turnvereins Dens sowie den in den 20er und 30er Jahren tätigen Lehrkräften der örtlichen Schule ist es zuzuschreiben, dass sich im Denken der Menschen eine Änderung vollzog, zumal eine Analyse des Seewassers durch das städtische Untersuchungsamt Kassel vor rund 60 Jahren eine gute Eignung zum Baden ergab sowie damals ein Nentershäuser Arzt dem Denser Seewasser sogar eine bestimmte Heilkraft zuschrieb. 1926 hieß es in der örtlichen Chronik: „Obwohl die Denser Jugend an ihrem See groß wird, konnte nicht ein Schuljunge schwimmen." Doch das sollte anders werden. Ja geradezu sprunghaft setzte danach eine Aufwärtsentwicklung ein, bewirkt durch den engagierten Einsatz von Schulmeister Höhre und die tatkräftige Arbeit des Turnvereins Ende der 20er Jahre. |
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Unsere Heimat einst und jetzt (753)
Feste, Feiern, frohe Stunden
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| Geschichte 3 | Geschichte 4 | SeefestIn der Gemarkung Dens gab es bis 1929, wie die damals von der Schule geführte Chronik nachweist, keinen Schuljungen, der aufgrund eines planmäßigen Schwimmunterrichts schwimmen konnte, obwohl die Ortsjugend sozusagen am See aufwuchs. Es fehlte die Anleitung.
Und dennoch konnten auch damals schon einige Ortsbewohner sich über Wasser halten, wie uns in einem Gespräch der über 90 Jahre alte und noch sehr rüstige Johannes Franz erzählt. Vor rund 60 Jahren gab es noch sehr viele Arbeitspferde in Dens – allein auf einem der Güter acht Exemplare -, und sie kamen auch mal ins Wasser. „Wir mussten einfach schwimmen lernen", sagte uns Johannes Franz, „irgendwie haben wir es auch geschafft".
Auch die vielen Schafe kamen früher mal ins Wasser, dabei konnten natürlich auch nur Schwimmer helfen. Auch erinnerte der Hochbetagte an den Flachs, der im Rahmen bestimmter Arbeitsvorgänge auch mal ins Wasser musste. Die Balken, bzw. Lattenroste, auf die der Flachs kam und mit Gewichten beschwert werden musste, sollen in Teilen noch vor einer Reihe von Jahren zu sehen gewesen sein.
Mitte der 20er Jahre wuchs dann aber doch verbreitet der Wunsch zum Schwimmsport, da die örtlichen Schullehrer für eine Überwindung der Vorurteile gegen das Schwimmen und speziell gegen den Denser See gute Aufklärungsarbeit geleistet hatten. So wurde auch die Bevölkerung allgemein aufgeschlossener. Im Laufe des Jahres 1926 gelang es, durch fleißige Trockenschwimmübungen und gezielten Schwimmunterricht fünf Knaben das Schwimmen zu lehren und die übrigen von der Wasserscheu zu befreien.
1927 ging es erfolgreich weiter. Lehrer Höhre, der Motor für das Schwimmenlernen, mahnte aber auch zur Vorsicht, da der See bei vollem Wasser 17 m tief und von einigen kalten Strömungen durchzogen sein soll. So baute der Schulmeister 1928 mit einigen Denser Männern aus sechs leeren Teerfässern und einigen Stangen, die alle gestiftet waren, eine Absperrung, innerhalb derer sich die Nichtschwimmer tummeln konnten. Schulkinder haben noch unter der Leitung ihres Lehrers Bänke gebaut und Stufen in die steilen Abhänge gegraben. Junge Leute richteten außerdem mit Hacke und Schippe ein Planschbecken für die kleineren Kinder her.
Mit den Arbeiten hatte man beginnen können, als Dr. Schröder aus Nentershausen, ein eifriger Förderer des Schwimmens – im ganzen Richelsdorfer Gebirge stand praktisch nur der Denser See als Schwimmgelegenheit zur Verfügung -, der Schule in Dens 120 Mark zur Verfügung stellte. Im Zuge der ersten Arbeiten zur Absicherung entstand auch ein Sprungbrett, das allein 23,85 Mark kostete, der Wochenlohn eines Arbeiters.
Da das Wirken am See und das intensive Schwimmenlernen starke Beachtung in der Öffentlichkeit fand, veranstaltete die Schule am Ende der Badezeit 1928 ein Schwimmfest, an dem auch Erwachsene aus Nentershausen und Sontra teilnahmen. Sie schwammen mehrere Stafetten, die ebenso starke Beachtung fanden wie das Kürspringen. Auch die Schulkinder zeigten, was sie in diesem Jahr gelernt hatten. Abends verteilte man Lampions, und so beendete ein Fackel- und Lampionszug das schöne Seefest, das damit geboren war.
Angesichts des erfolgreichen Jahres 1928 verstärkten die aktiven Kräfte die Bemühungen, ein Badehäuschen zu errichten, um den Betrieb am Denser See noch z verstärken und auch das Aus- und Ankleiden zu verbessern, das sich bis dahin meist hinter Büschen und Sträuchern vollzog. Da aber zur Schaffung eines Badehäuschens Schule und Turnverein hinsichtlich der Finanzkraft überfordert gewesen wären, bildete man für Dens und Umgebung eine Arbeitsgemeinschaft, der u. a. der Werratalverein, Abteilung Richelsdorfer Gebirge, die örtlichen Schulen von Dens und Nentershausen, der Turnverein Germania Nentershausen, der Turnverein Jahn Dens und die Jugendpflegegruppen (Pfarrer Gerlach) der Gemeinden Dens, Mönchhosbach und Nentershausen beitraten.
Einen schönen Baustein gab die Abteilung für Kirchen und Schulen in Kassel mit einer Beihilfe von 200 Mark. Den Bau des Umkleidehäuschens, dessen Kosten sich auf 758 Mark beliefen, genehmigte die Gemeinde Dens mit dem Vorbehalt, dass das Häuschen zur allgemeinen freien Benutzung gebaut und es bei Auflösung des Turnvereins in Gemeindeeigentum übergehen müsse.
Schrittweise wurden Ende der 20er Jahre am Denser See die Einrichtungen vervollständigt. Dazu gehörte auch der Sprungturm. Von ihm konnten Zwei- bis Sechsmetersprünge absolviert werden. Wie berichtet, habe es auch ganz Verwegene gegeben, die vom Dach des Turmes aus – nahezu 10 m – ins Wasser gesprungen sind.
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Unsere Heimat einst und jetzt
Feste, Feiern, frohe Stunden
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| Geschichte 3 | Geschichte 4 | SeefestNachdem im Jahre 1928 der Schwimmbetrieb am Denser See starken Auftrieb erfuhr, die ersten Anlagen am Rande des Gewässers entstanden und das Seefest geboren war, stellte sich Ende 1929 und zunehmend stärker werdend ein neues Problem ein: das Sinken des Wasserspiegels. In der Öffentlichkeit und auch in mehreren Veröffentlichungen tauchten Behauptungen auf, dass die Grube Münden im benachbarten Nentershausen den See bedrohe. Die dort im Gang befindliche Sümpfung (Entwässerung) ziehe auch Wasser aus dem See ab. Da das Gewässer, das unter Naturschutz steht, nicht beseitigt werden darf, war auch das Landratsamt in Rotenburg an der Entwicklung stark interessiert.
Die Grube Münden hatte Ende 1929 erneut mit ihrem Tiefbau begonnen und die untersten Grubenstollen, die seit 1917 unter Wasser standen, wieder ausgepumpt. Daher lag die Vermutung nahe, dass der See, der seit dieser Zeit dauernd fiel, in irgendeine Verbindung mit dem Bergwerk stehe und das Wasser dorthin abfließe.
Zu den verschiedenen Alarmrufen, die sich auf die angebliche Gefährdung des Denser Sees durch die Grubenbetriebe bezogen, veröffentlichte die Grubenleitung, die auch Sachverständige eingeschaltet hatte, Anfang 1930 eine Erklärung, in der es u. a. hieß: „Von 1914 bis 1917 hatten die unter der Talsohle gelegenenen Grubenbaue der Grube Münden die gleiche Ausdehnung, wie heute nach der Sümpfung (Entwässerung) dieses in Folge einer Störung im Pumpbetrieb Mitte 1917 ersoffenen Grubenteiles. Die damals zusitzenden Grubenwasser waren durchaus normal und ließen keineswegs den Gedanken zu, dass man mit größeren unterirdischen Wasserläufen in Verbindung steht".
Die heute zufließende Wassermenge, so die Grubenleitung u. a. weiter in ihrer Erklärung, sei gleich der damaligen. Was man heute beobachtet, hätte man schon 1917 festgestellt haben müssen. Wenn der Wasserspiegel des Sees heute im Gegensatz zum Vorjahr einen Meter niedriger stehe, so genüge die Niederschlagsarmut wohl hinreichend als Grund, ohne sich auf falsche
Spuren verlieren zu müssen. Das Sinken des Wasserinhaltes habe auch die Pfähle zu Tage gebracht, die in früheren Jahren zum Waschen des Flachses eingeschlagen worden seien. Der See werdevermutlich durch aus größerer Tiefe unter starkem Druck aufquellender
Wasser gespeist.„Die geologischen Verhältnisse unserer Gegend berechtigen nicht zu der Annahme, dass bei weiterem Ausfahren der Grubenstrecken dieses Quellwasser in die Grube einbrechen werde. Diese Frage ist nicht nur vom Gesichtspunkt des Badebetriebes am See von Bedeutung, sondern auch weil durch einen mehr oder weniger plötzlichen Wassereinbruch der gesamte Tiefbau gefährdet würde.
Die schwerspatführende Gangspalte verlaufe in Ost-Westrichtung, der Abstand vom See betrage fast 14oo m gegen Norden. Aufgrund der Bodenstruktur könne man hoffen, dass mit dem Betrieb der Grube weder öffentliche Interessen geschädigt werden, noch der Grube selbst Kosten oder Betriebsgefahren aus der Nachbarschaft entstehen.
In dem Fachgutachten wird auch auf die Höhendifferenz zwischen der Oberfläche des Sees und der tiefsten Grubensohle, die 130 Meter beträgt, verwiesen und daraus gefolgert: „Es wäre verwunderlich, wenn eine etwa vorhandene Wasserverbindung bei diesem Niveauunterschied sich nicht eindrucksvoller und augenfälliger bemerkbar gemacht hätte". Zusammenfassend stellt die Betriebsleitung fest: „Im übrigen stellt der Betrieb der Grube Münden einen großen volkswirtschaftlichen Wert für die ganze Gegend dar. In normalen Zeiten beschäftigt er bis zu 100 Mann. An ihrer Lebensdauer sind die Mühlen in Sontra mit noch größerer Arbeiterzahl, zahlreicher Handwerker und Kaufleute interessiert. In wenigen Jahren wäre die Grube erschöpft gewesen, wenn sich das Unternehmen nicht trotz des eigenen großen Risikos zur Wiederaufnahme des Tiefbaus entschlossen hätte.
Im Laufe der folgenden Jahre kam das Absinken des Sees zum Stillstand, ja das Gewässer erreichte bald wieder den normalen Stand. So waren alle vorerst zufrieden. Der öffentliche „Schlagabtausch" mit der Grubenleitung jenseits des Berges war bald nur noch eine geschichtliche Episode.
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Unsere Heimat einst und jetzt (757)
Feste, Feiern, frohe Stunden
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Denser See füllt sich wieder Nach dem Stillstand beim Kupferschiefer- Bergbau im Jahr 1955 – infolge Wasserein- bruch im Reichenbergschacht bei Dens – rückten Ende Mai 1957 Spezialisten einer Kasseler Schrottfirma dem 50 Meter hohen Förderturm zu Leibe. Mit Schneidbrennern durchschnitten die Kasselaner die Stützen des 110 Tonnen schweren Förderturmes, Flaschenzug und Seilwinde traten in Aktion. Der widerstandsfähige Turm, der nur schwer fallen wollte, neigte sich langsam zur Seite und brach dann unter ohrenbetäubendem Krachen zusammen, währenddessen Hunderte von Nieten unter dem übermäßigen Druck weißglühend wurden, zerbarsten und so ein Feuerwerk des Todessturz des Turmes, einst der Stolz von „Kupferschiefer“, begleitete. Wie ein verbogenes Skelett blieb der Recke noch einige Zeit auf dem Plateau des Reichberges liegen. -–Mit dem Fallen dieses Turmes stand für alle im Richelsdorfer Gebirge fest: der Bergbau hier ist tot. Im benachbarten Dens konstatierte man in jener Zeit ein langsames Steigen des Sees. Obwohl dieser Vorgang mit dem Bergbau-Ende im Zusammenhang stand, ist er weder untersucht noch sonstwie nachgewiesen. Doch in Dens und vielen anderen Orten schöpfte man wieder Hoffnung, an den Wassersport und an die Seefeste der Vorkriegsjahre anknüpfen zu können, zumal in den 50er Jahren immer mehr Wasserratten angesichts der zunehmenden Verschmutzung der Flüsse nach einem geeigneten Gewässer Ausschau hielten. In Dens stieg die Hoffnung stark an, ja, sogar ein Umkleidehäuschen im Modell zauberte man sozusagen „aus dem Hut“, und es fand auch Anklang.
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Doch jetzt kam eine neue Entwicklung: Freibäder. Zwar hatte die 18 km entfernte Stadt Rotenburg den Bau eines Freischwimmbades im Heienbachtal in Gang gesetzt, doch schien das Einzugsgebiet für den Denser See noch von Sontra bis Nentershausen uneingeschränkt zu reichen. Aber das galt nur für kurze Zeit. Rotenburg nahm das neue Schwimmbad 1962 in Betrieb, Sontra folgte mit der Einweihung eines neuen Bades im Juni 1964 und Nentershausen schloss sich im Mai 1966 an. Damit hatte ein Badehäuschen mit geordnetem und überwachten Badebetrieb am Denser See keine Basis mehr. Eine gewisse Stagnation setzte ein. Dabei hatte es bereits 1963 einen guten Impuls gegeben. Damals, und zwar im Nachsommer 1963, war mit der Wiedergründung des TuS Dens ein langgehegter Wunsch der Denser Dorfjugend in Erfüllung gegangen. In der Gastwirtschaft Koch hatten sich rund 20 Jugendliche und ältere Bürger des Ortes einmütig für die Wiederbelebung des alten Vereins entschieden und beschlossen, das sportliche Leben auch in Dens wieder zu wecken und in alter Form zu fördern. Die Vorstandswahl ergab: 1. Vorsitzender Lehrer Vogel, 2.. Vorsitzender Willi Wilhardt und Schriftführerin Anneliese Nölke. Bürgermeister Nölke, der den Verein lange Jahre geleitet hatte, sicherte der Jugend die Unterstützung der Gemeinde zu. Für den Bereich des Sees aber blieb die Wiedergründung des Turnvereins zunächst ohne sichtbare Wirkung. Das Modell des Umkleidehäuschens verschwand endgültig in der Versenkung, der See hielt zwar – mit wechselnden Höhen – im wesentlichen sein Niveau, doch um hier gestalten, auszulichten und neu zu bepflanzen, bedurfte es einiger Geldmittel, und die waren in Dens einfach nicht greifbar. Dann spürte man das „Wetterleuchten“ der Gemeindegebietsreform, und als auch Dens mit anderen betroffenen Gemeinden vom Zentralort Nentershausen „geheiratet“ wurde, hatten die Denser Akteure hinsichtlich von Finanzierungsanträgen usw. eine neue Blickrichtung. Und in der Tat, am Fuße der Burg Tannenberg half man mit, intervenierte beim Kreis – und mit Erfolg. |
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Unsere Heimat einst und jetzt (758)
Feste, Feiern, frohe Stunden
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Am Juli
1975 zogen die verantwortlichen Männer von Nentershausen und Dens eine
erste Erfolgsbilanz nach der Gemeinde – Hochzeit: „Im vereinten
Bemühen der Gemeinmdeverwaltung Nentershausen und der Bevölkerung des
Ortsteiles Dens konnte der Rahmenbereich des Flächen-Naturdenkmals „Denser
See“ gründlich erneuert werden. Dieses
Gebiet, das zwischen den beiden Weltkriegen ein Anziehungspunkt für
Wanderer und Sportler aus nah und fern war, nach dem Zweiten Weltkrieg
aber von einer wild wuchernden Natur umschlungen wurde und danach
verwahrloste, ist wieder zu einem Schmuckstück des Ortsteils Dens
geworden. Nachdem
1972 mit Hilfe von 1100 DM vom Land und 1100 DM von der Gemeinde erste
Aufräumungsarbeiten abgewickelt wurden, mussten größere Aktivitäten
folgen, sollte der erste kleinere Schritt nicht nutzlos verpuffen. Nachdem
dann 1974 vom Land 5500 DM erwirkt werden konnten und die Gemeinde die
gleiche Summe zuschoss, konnte planmäßig das Neugestaltungsprogramm in
Angriff genommen werden. Dabei arbeitete der Gemeindevorstand von
Nentershausen mit Bürgermeister Wilhelm Degenhardt an der Spitze eng mit
dem Ortsvorsteher von Dens, Karl Ratz, dem Kreisbeauftragten für
Naturschutz und Landschaftspflege, Kreisteil Rotenburg, Heinz Euler
(Rotenburg) und Oberförster Streif (Cornberg) von der Forstverwaltung
Nentershausen zusammen. Zunächst
galt es, den Dschungel zu lichten sowie Neuanpflanzungen und weitere
Maßnahmen dahingehend vorzunehmen, den alten, ansprechenden Zustand
wieder herzustellen und so die beabsichtigte Rekultivierung zu
verwirklichen. Dass die Einwohner von Dens an „ihrem See“ hängen, das stellte Ortsvorsteher Ratz fest, als er zur Mithilfe bei der Rahmengestaltung aufrief. Viele kamen, gestalteten, werkten, pflegten und betreuten. Im Juli 1975 zeigte sich folgendes Bild: Inmitten des geologisch sehr interessanten, trichterförmigen Landschaftsbereiches der See ohne grüne Flächen, zwar auch nicht bis zum Grund glasklar, doch ohne Unrat. Um den See herum ein Wanderweg. Weitere Wege an den Hängen, die interessante Felspartieen abschließen. |
Neben
Ruhebänken an besonders schönen Stellen errichteten Ortsbewohner in
Eigenleistung eine Schutzhütte an halber Hanghöhe, eine willkommene
Unterstellmöglichkeit auch für wandernde Kurgäste aus Nentershausen,
falls das Wetter plötzlich umschlagen sollte. Im südlichen Bereich
gelang den Bewohnern mit der Ausnutzung der „Erbskorn-Quelle“ eine
weitere schöne Gestaltung: Ein Brunnen, dessen Wasser aus dem Ast eines
Stammes sprudelt, wird flankiert von massiven Eichenbänken. An der
gegenüberliegenden Seite befindet sich ein Kinderspielplatz, der noch mit
weiteren Geräten ausgestaltet werden sollt. Bürgermeister
Degenhardt und Ortsvorsteher Ratz dankten bei der Ortsbesichtigung allen,
die direkt und indirekt mitgeholfen haben. Sie verbanden damit auch
zugleich die Bitte, bei der weiteren Betreuung und Pflege zur Erhaltung
der schönen Anlage wieder von der Bevölkerung unterstützt zu werden,
die in den vergangenen Monaten vielfache Beispiele für ihre
gemeinschaftsbezogene Einstellung gegeben habe. Bereits
1973 war festgelegt worden, den Denser See und seinen Rahmenberich voll in
den Wanderzielkatalog des Heimat- und Verkehrsvereins Nentershausen
aufzunehmen. Im Februar 1974 berichtete Bürgermeister Degenhardt, dass
ein Wanderweg von Nentershausen nach Dens vorgesehen sei, um den
Nentershäuser Kurgästen das Ausflugsziel Denser See noch besser zu
erschließen. Als in jener Zeit der Denser See wieder in einem prächtigen Gewand erschien, wuchsen verstärkt die Betrebungen, das alte See- und Lichterfest wieder aufleben zu lassen. Da die Schule als Mitträger früherer Veranstaltungen nicht mehr zur Verfügung stand – auch die Denser Schule war den Konzentrierungsideologen zum Opfer gefallen – wirkten der Turnverein Dens und die Freiwillige Feuerwehr bei den Vorbereitungen zusammen, auch der Heimat- und Verkehrverein Nentershausen stand nicht abseits.
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